Geister und Geistlichkeit

Medizin und Herrnhuter Mission in Nicaragua

Die Ausstellung „Geister und Geistlichkeit – Medizin und Herrnhuter Mission in Nicaragua“ nimmt Besucherinnen und Besucher mit in die faszinierende Welt der Miskitoküste, der Ostprovinzen an der Karibikküste Nicaraguas. Als die Herrnhuter Brüdergemeine Mitte des 19. Jahrhunderts ihr weltweites Missionsnetzwerk bis an die Miskitoküste ausdehnte, trafen unterschiedliche Vorstellungen von Gesundheit, Spiritualität und Gemeinschaft aufeinander. 

  • Laufzeit 03.07.2026—15.09.2027
  • Öffnungszeiten Freitag bis Sonntag 9—16 Uhr
  • Eintrittspreise regulär 3 €, ermäßigt 2 €, unter 17 frei, ab 10 Pers. 2,50 €

Als die Herrnhuter Brüdergemeine

Missionare gründeten Schulen und medizinische Einrichtungen, während traditionelle Heiler weiterhin eine zentrale Rolle im Leben der indigenen Gemeinschaften der Miskito, Mayangna und Rama spielten. Aus dieser Begegnung entstand ein oft konfliktreiches Ringen um Glauben, Wissen und Heilung, das bis heute in Parallelwelten von Christentum und indigener Spiritualität in der Region nachwirkt.

braune Ledertasche mit Griff
© Völkerkundemuseum Herrnhut, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Sylvia Pereira
Arzttasche des Herrnhuter Missionars Guido Großmann, Nicaragua, Ostküste

Die Ausstellung im Völkerkundemuseum Herrnhut

Die Ausstellung im Völkerkundemuseum Herrnhut vereint 41 Objekte. Im Mittelpunkt steht die kürzlich vom Museum erworbene Arzttasche des Missionars Guido Großmann, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast drei Jahrzehnte an der Miskitoküste tätig war. Sie eröffnet einen faszinierenden Einblick in den Alltag medizinischer Mission. Ergänzt wird sie durch Objekte traditioneller Heiler: kunstvoller Kopfschmuck, Zeremonialstäbe, geheimnisvolle Ritualpuppen sowie ein „Blitzstein“ und eine „Kometenbombe“.

drei weiße Figuren auf dunklem Untergrund
© Völkerkundemuseum Herrnhut, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Eva Winkler
Zeremonialfiguren, Nicaragua, Ostküste

Anhand von Naturheilmitteln

Anhand von Naturheilmitteln, Hausmodellen, Rindenbast und Baumwollstoffen erzählt die Ausstellung von konkurrierenden und zugleich miteinander verflochtenen Vorstellungen von Krankenpflege, Hygiene, Tod, Seele und übernatürlichen Kräften. Sie zeigt, wie Missionare und traditionelle Heiler über Generationen hinweg ihre jeweiligen Heilungs- und Glaubenskonzepte verhandelten – und wie daraus neue kulturelle Praktiken entstanden.

vier Zähne an einer Kette
© Völkerkundemuseum Herrnhut, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Johanna Funke
Raubtierzähne, Nicaragua, Ostküste

Die Präsentation

Die Präsentation bietet zugleich einen exklusiven Einblick in die Entwicklung einer größeren geplanten Ausstellung. Bereits jetzt werden zentrale Themen sichtbar: Missionsgeschichte aus neuen Perspektiven, indigene Stimmen und die vielschichtigen Wechselwirkungen zwischen christlicher Mission und den Kulturen der Miskitoküste.

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