Grafik "Der Mond"
© Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Der Mond hinter den Wolken

Die Ästhetik der japanischen Teekultur

Zahlreiche Elemente, die wir als typisch japanisch betrachten, haben sich im Laufe der Jahrhunderte aus einer vom Zen-Buddhismus inspirierten Ästhetik heraus entwickelt. Untrennbar damit verbunden ist die Teekeramik aus Japan. Die Ausstellung zeigt Teeschalen aus Japan, Korea und China, Zubehör, welches bei einer traditionellen Zusammenkunft im Teehaus verwendet wird, Rollbilder und Beispiele zeitgenössischer, regionaler Keramik.

  • Laufzeit 04.07.2021—05.02.2022
  • Öffnungszeiten Freitag bis Sonntag 9—17 Uhr
  • Eintrittspreise regulär 3 €, ermäßigt 2 €, unter 17 frei, ab 10 Pers. 2,50 €

Der Mond

„Den Mond ohne vorüberziehende Wolken mag ich nicht“, schrieb der japanische Teemeister Murata Jukô (1423–1502) und formulierte damit ein heute noch gültiges ästhetisches Ideal des japanischen Teeweges. Nicht das Elegante, Glatte und Leuchtende, sondern das scheinbar Schlichte ist Schönheit. Dieses für westliche Kulturen ungewohnte ästhetische Ideal gipfelt in der Faszination für die Schönheit des Weißraums einer Zeichnung.

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Der Mond hinter den Wolken, Grafik: Thorsten Schirmer

Der Mond

Eine starke Verbindung mit der intuitiven Wirklichkeitserfahrung des Menschen und des ihm umgebenden Naturgefühls spiegelt die japanische Teezeremonie wieder. Im chadō – dem Teeweg – zeigt sich die Vereinigung einer ausgeprägten Gastfreundschaft und einem hochentwickelten Kunstverstand. Verschiedene Kunstgattungen kommen hierbei zum Ausdruck: neben Malerei und Schriftkunst, Metall-, Holz-, und Lackarbeiten ist es vor allem auch wieder die spezielle Keramik, welche höchste Wertschätzung erfährt. Die Teegerätschaften folgen dabei der Wabi-Sabi-Ästhetik des Schlichten und Vergänglichen.

Der Mond

Gezeigt wird auch zeitgenössische Keramik, die sowohl Ästhetik als auch Brenntechniken aus Japan aufgreift: Die Neigung zur Asymmetrie ist oft gepaart mit einem hohen Abstraktionsgrad des Dekors sowie Herstellungsspuren. Dabei werden etwa beim Brennen zufällig entstandene Ascheanflugglasuren und Glasurverläufe ebenso wie aufgeschmolzene oder geborstene Einschlüsse sehr hoch geschätzt. Die Objekte stammen aus Privatsammlungen der Produktion des Berliner Künstlers Thomas Riedinger sowie des Keramikers Hendrik Schöne aus Wittgendorf.

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Räuchergefäß, Karo, Foto: Thomas Riedinger

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